Zyklus-Yoga: Vier Phasen, vier Praxis-Rhythmen
Eine Yoga-Praxis, die nicht gegen, sondern mit deinem Zyklus arbeitet — und warum das für deine Energie alles verändert.
Lange Zeit war Yoga für viele Frauen ein lineares Konzept: dieselbe Praxis, dieselbe Intensität — Tag für Tag. Dabei verändert sich der weibliche Körper jeden Monat in vier deutlich unterscheidbaren Phasen. Hormone, Energie, Schlafqualität, sogar das Schmerzempfinden schwanken über vier Wochen so stark, dass eine starre Praxis schlicht an dir vorbeigeht.
Zyklus-Yoga setzt genau hier an: Du lernst, deine Praxis mit dem mitfließen zu lassen, was gerade in dir geschieht.
Phase 1: Menstruation (Tag 1–5)
Energie ist niedrig, der Körper signalisiert: Rückzug. Diese Phase fordert nicht weniger Disziplin — sie fordert eine andere Disziplin: die Erlaubnis zur Ruhe.
- ✦Praxis: Yin, Restorative, sanftes Bauchatmen
- ✦Vermeiden: Inversionen, intensive Baucharbeit
- ✦Stimmung: Innenschau, Loslassen
Phase 2: Follikelphase (Tag 6–13)
Östrogen steigt, mit ihm die Energie. Eine ideale Phase, um Neues zu beginnen — körperlich wie kreativ.
- ✦Praxis: Hatha, sanftes Vinyasa, neue Asanas üben
- ✦Stimmung: Aufbruch, Klarheit, Lernbereitschaft
„Der Körper weiß, was er braucht. Wir müssen nur lernen, leiser zu werden, um ihn zu hören."
Phase 3: Ovulation (Tag 14)
Energie auf dem Höhepunkt, kommunikativ und ausdrucksstark. Jetzt ist der Moment für eine kraftvolle, ausdrucksstarke Praxis.
- ✦Praxis: Dynamisches Vinyasa, Power Yoga, Herzöffner
- ✦Stimmung: Ausdruck, Verbindung, Lebensfreude
Phase 4: Lutealphase (Tag 15–28)
In den ersten Tagen noch aktiv, danach zunehmend nach innen gerichtet. Progesteron steigt — Erdung wird wichtiger als Höhenflüge.
- ✦Praxis: Erdende Standhaltungen, sanfte Drehungen, weniger Intensität gegen Ende
- ✦Stimmung: Verlangsamung, Reflexion, Vorbereitung
Was du gewinnst
Wer zyklusbewusst praktiziert, berichtet immer wieder vom Gleichen: weniger PMS, ruhigeren Schlaf, ein klareres Körperverständnis. Aber das eigentliche Geschenk liegt tiefer — du lernst, deinem Rhythmus zu vertrauen, anstatt gegen ihn anzukämpfen.